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Der Turm als Riesenfackel über Ahornberg PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: 1. Vorstand u. Webmaster O. Burkel   
Montag, 22. Juni 2009 um 08:28

Erschienen  in der Frankenpost am 22.06.2009

ERINNERUNGEN AN DEN GROSSBRAND

Der Turm als Riesenfackel über Ahornberg

Von Lisbeth Kaupenjohann

Ahornberg - "Es war ein großes Durcheinander. Ich erinnere mich deutlich an das Lodern der Flammen", sagt Gisela Schmidt. Sie war damals, am 22. Juni 1939, vier Jahre alt, aber der Tag des großen Brandes sind der Hoferin im Gedächtnis geblieben.

Ahornberg - "Es war ein großes Durcheinander. Ich erinnere mich deutlich an das Lodern der Flammen", sagt Gisela Schmidt. Sie war damals, am 22. Juni 1939, vier Jahre alt, aber der Tag des großen Brandes sind der Hoferin im Gedächtnis geblieben. Das kleine Mädchen weilte mit seiner Mutter beim Großvater Friedrich Detzer in Ahornberg, dem die Frau gestorben war. "Alle waren schwarz gekleidet, und meine Mutter hat viel geweint", erinnert sich Gisela Schmidt. "Dann rief es von allen Seiten: ,Es brennt!' Mein Großvater und ich sahen aus sicherem Abstand zu, wie die Flammen aus dem Turm loderten. Die Balken brannten und stürzten aufs Dach der Kirche. Es war ein gewaltiges Feuer."

Monatelang Brandgeruch

Bei dem Brand wurde auch die Kirche selbst beschädigt. Es dauerte Jahre, bis alle Schäden behoben waren. "Es hat noch Monate lang brandig gerochen in Ahornberg", erinnert sich Gisela Schmidt.

Die örtliche Zeitung brachte einen riesigen Bericht. Es war ein sehr warmer Sommertag, die Bauern hatten viel zu tun. Im Münchberger Freibad suchten viele Menschen Erfrischung. Doch am Nachmittag, kurz nach halb vier, steigt eine schwarze, breite Rauchwolke am Himmel auf. Mit Windeseile geht es von Mund zu Mund: "In Ahornberg brennt's!"

Der Berichterstatter schildert: "Glutrot schlagen die Flammen meterhoch empor. Die Frauen ringen die Hände, weinen, starren voll Verzweiflung auf das rasende Element, unter dessen Gewalt bereits mehrere Gebäude in Schutt und Asche sinken. Im Hofe von Christian Dietel ist das Feuer ausgekommen, und beim Strößner brennt es auch. Und jetzt brennt der Kirchturm auch schon! ( . . .) Auf dem Dorfplatz lärmt eine Motorpumpe. Daneben drücken andere Wehrmänner unablässig eine Handspritze; der Schweiß rinnt ihnen von der Stirne. Es sind zunächst die Wehren von Ahornberg, Reuthlas, Jehsen und Almbranz zur Stelle. Unausgesetzt rücken andere an. Die Männer hasten hin und her, legen Schläuche, Pferdegespanne werden eilends vorbeigeführt, Vieh brüllt, gleichmäßig rattert die Motorpumpe, Kraftfahrzeuge kommen. Jetzt heißt es: Ruhe und Nerven bewahren. 16.10 Uhr: Fahlhelle Qualmwolken quetschen sich aus dem hohen, schlanken Turm. Drei Minuten später: Die hellen Flammen schlagen aus ihm hervor, züngeln gierig hoch zur Spitze. Ein jammervolles Bild. Der steif anstehende Nordwind schürt die Flammen."

Lawine aus Ziegelsteinen

Berichtet wird, wie die Flammen auch auf das Dietel-Wohnhaus übergreifen. Aus den Fenstern werden Matratzen und Hausrat befördert. "Der Stall, die Schupfe, Nebengebäude - alles hin", schreibt der Berichterstatter. Auch der Bauernhof Strößner wird von den Flammen ergriffen, viele Gebäude sind nicht zu retten.

In der Zwischenzeit wird der Kirchturm ein Raub der Flammen: "Eine ganze Lawine von Ziegelsteinen prasselt hernieder. . . . Es ist höchste Vorsicht geboten. Jetzt wird das Gebälk klar sichtbar, umloht von zehn, zwanzig Meter hohen Flammen. Eine grauenhafte Riesenfackel über Ahornberg!"

Um 16.40 Uhr ertönen die Hornrufe der Wehren. Die Häuser um die Kirche herum werden eilends von den Menschen geräumt... Schließlich bricht der Turm krachend in sich zusammen. Das Kreuz fällt von der Spitze und reißt die Uhrzeiger mit, die Zeit wird um zehn Minuten zurückgedreht. Der Glockenstuhl wird ebenfalls ein Raub der Flammen. Um 18 Uhr ziehen sich die Wehren zurück. Die Gendarmerie beginnt mit ihren Ermittlungen. Zwei sechs und sieben Jahre alte Jungen geben zu, in der Dietelschen Scheune das Rauchen von Zigarren probiert zu haben, dabei sei ihnen dann der Brand ausgekommen.

Kirchturmbrand 1939  Kirchturmbrand 1939
"Der Turm brennt!" Diese Fotos fertigte Berthold Flessa aus Münchberg nach Originalfotos aus dem Besitz des damaligen Schulleiters von Ahornberg.
Aktualisiert ( Montag, 22. Juni 2009 um 08:59 )